20.09.2016

Bei den Parlamentswahlen in Jordanien, an denen rund 1,5 Millionen Bürger teilnahmen, gewinnt die neue „Nationale Reformallianz“ als politischer Arm der Moslembrüder bis zu 20 der 130 Mandate. Die Wahlen 2010 und 2013 waren von den Moslembrüdern boykottiert worden. Die Wahlbeteiligung liegt mit 36 Prozent so niedrig wie nie zuvor. Beobachter konstatieren eine tiefe politische Verdrossenheit in der Bevölkerung. Trotz der Wahlrechtsreform sind die Wahlkreise, allen voran in Amman, weiterhin so geschnitten, dass aus den ländlichen Gebieten mit ihrer beduinischen Bevölkerung die meisten Kandidaten gewinnen, ohne dass sie ein politisches Programm vorweisen. Das Urtel von Abdullah II. vom Sieg der Demokratie in seinem Land am 21. September in der UN-Vollversammlung ist schwer nachvollziehbar.