21.05.2016

Uri Misgav – er war im Büro von  Verteidigungsminister Moshe Ya’alon tätig, bis es zum Bruch gekommen sei – schreibt in „Haaretz“, dass mit dessen Rücktritt das Ende der Ära von Benjamin Netanjahu signalisiert werden könnte. Netanjahu verhalte sich wie ein Diktator, der die Verbindung zu den Gesetzen der Logik und der Realität verloren habe und Selbstmord-Anweisungen aus seinem Bunker versende, wo ihn Zauberer und Speichellecker von der wahren Welt draußen abschirmen. Ein Sklave familiärer Launen – eine Anspielung auf seine Frau Sara und sozialer Medien, gehe es ihm nur noch um sein eigenes Überleben. Netanjahu habe das Verteidigungsministerium einem Mann angeboten, den er einen Lügner und Betrüger genannt habe, er, der noch vor einem Monat Avigdor Lieberman als jemand bezeichnet habe, der nicht einmal das Zeug für einen Militärkorrespondenten habe. Ya’alon sei natürlich kein Linker und werde es niemals werden. In der Vergangenheit habe er die Linke verleumdet. Seine Sicht auf die Welt sei militaristisch. Er sei blind gegenüber dem Schaden, den die Besatzung und die Siedlungen anrichten. Dennoch könne die Netanjahu-Variante der „Tea Party“ nur von der Rechten besiegt werden. Das sei erschütternd. Aber es sei Netanjahus Regierung gelungen, über die Jahre hinweg der Linken durch Einschüchterung, Zertrümmerung und sein diplomatisches Einfrieren der Verhandlungen mit den Palästinensern zu schaden.