01.04.2016

Gidi Weitz erinnert in „Haaretz“ an eine Debatte im Jahr 1951, bei der sich David Ben-Gurion, damals Ministerpräsident und Verteidigungsminister, im Kabinett für die aus der britischen Mandatszeit stammende Todesstrafe aussprach, um Juden – darunter Soldaten – zu bestrafen, die glauben würden, dass Araber keine Menschen seien. Auch wenn Ben-Gurion es vorgezogen habe, dass in Israel weniger Araber wohnen, sei der Preis zu groß und würde als Einladung verstanden werden, die Zahl der Opfer zu erhöhen. Für Außenminister Moshe Sharett würden sich manche Soldaten so verhalten, als seien die Araber wilde Tiere, deren Tötung ein göttliches Gebot („Mitzvah“) sei. Nach ausführlicher Debatte sei die Mehrheit der Minister der Argumentation Ben-Gurions nicht gefolgt, vielmehr sei 1954 beschlossen worden, die Todesstrafe nur im Fall von Hochverrat im Zuge des Staatsnotstandes zu vollstrecken. Nur einmal ist die Todesstrafe exekutiert worden: Am 31. Mai 1962 wurde Adolf Eichmann gehenkt und seine Leiche von einem Torpedoboot außerhalb der israelischen Territorialgewässer kremiert ins Meer versenkt.