08.03.2016

Nach einer Umfrage des „American Pew Research Center“ in Washington, D.C., unter Leitung von Alan Cooperman unter 5.601 jüdischen und nichtjüdischen Israelis zwischen Ende 2014 und Mitte 2015 haben 48 Prozent der Befragten die Vertreibung oder den Transfer der arabischen Staatsbürger befürwortet, 46 Prozent sprachen sich dagegen aus. Unter den ultraorthodoxen Juden lag der Prozentsatz bei 71 und bei den religiös konservativen Juden bei 69 Prozent. 72 Prozent der politisch rechts stehenden jüdischen Israelis, 37 Prozent der sich zur politischen Mitte zählenden Israelis und 10 Prozent der sich links einordnenden Israelis unterstützten die Vertreibung. In einer Reaktion auf die Vorlage führt der an der Universität Haifa lehrende Soziologe Sammy Smooha aus, dass die Interpretation der Antworten seitens des Zentrums überzogen sei. Nach seiner Auffassung würde rund ein Viertel der Juden die Koexistenz mit den arabischen Bürgern ablehnen, doch die große Mehrheit sei für die Koexistenz. Unter den Arabern würde ebenfalls zwischen einem Viertel und einem Drittel die Koexistenz ablehnen.

 

Robert Piper, UN-Koordinator für die palästinensischen Gebiete, teilt auf Anfrage mit, dass zwischen dem 01. Januar und 02. März 2016 in Ost-Jerusalem 121 Gebäude von den israelischen Behörden zerstört worden seien, die teilweise mit internationalen Finanzmitteln errichtet wurden. Die Nachrichtenagentur "Agence France Press" zitiert dazu einen Abgeordneten der Partei "Das jüdische Haus", der die Zerstörung mit den "EU-Guidelines" zur Kennzeichnung der Produkte aus den jüdischen Siedlungen für den europäischen Markt rechtfertigt.