11.03.2016

 

Internationale Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass allein im vergangenen Jahr durch den Bürgerkrieg in Syrien 50.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen Menschen zu Flüchtlingen wurden. Seit Beginn des Bürgerkrieges seien 151.000 Kinder zur Welt gekommen, und 2 Millionen Mädchen und Jungen könnten nicht zur Schule gehen. Am 10. März hatte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die schnelle Auszahlung der 9 Milliarden Euro verlangt, welche die internationale Geberkonferenz am 04. Februar in London zugesagt hatte. Ansonsten würde der Flüchtlingsstrom nach Europa weiter ansteigen, warnte Müller. Allein Deutschland werde die Versorgung und Integration der Flüchtlinge mindestens 25 Milliarden Euro kosten, wobei mit einem Bruchteil dieser Mittel in Syrien und in den arabischen Nachbarländern ungleich mehr erreicht werden könne. Mit 10 Milliarden Euro ließe sich die gesamte Region stabilisieren. Diejenigen EU-Staaten, die keine Flüchtlinge aufzunehmen bereit seien, sollten wenigstens zu einem Wiederaufbaufonds herangezogen werden.   

 

Nir Hasson berichtet in „Haaretz“ über die schrittweise Übernahme arabischer Grundstücke und Wohnungen im Jerusalemer Stadtbezirk Silwan seit 2004 durch die orthodoxe Gruppe „Ateret Cohanim (Krone der Hohenpriester)“ und der nationalistischen Organisation „El’ad (In Ewigkeit)“. Die Anlagen seien ursprünglich für aus dem Jemen eingewanderte Juden bestimmt gewesen, die sie während des Großen Arabischen Aufstandes seit 1936 verlassen hätten. Einige Palästinenser, die von dem jüdischen Rechtsvertreter abfällig als „Wegelagerer“ bezeichnet wurden, würden darauf hinweisen, dass sie seit Jahrzehnten in Silwan leben oder dass sie die Grundstücke zurückfordern würden, die sie während des Krieges 1948 verloren hätten. Jede Familie, die mit Hilfe von „Ateret Cohanim“ eingezogen sei, würde den Staat jährlich 1 Million Neue Shekel (~ 260.000 US-Dollar) kosten, hinzu kämen die Ausgaben für die Polizei.