10.03.2016

Barak Ravid, diplomatischer Korrespondent von „Haaretz“, berichtet aus den im April 2016 erscheinenden Interviews Jeffrey Goldbergs mit US-Präsident Barack Obama in der Zeitschrift „Atlantic“ – die Interviews mit Obama und seinen Mitarbeitern, so mit dem damaligen Verteidigungsminister Leon Panetta, der den politischen Sinn des militärischen Vorsprungs Israels im Nahen Osten in Zweifel gezogen habe, dauerten 6 Stunden –, dass Obama bei einem früheren Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus dessen „Vortrag“ über Israels Sicherheit als „arrogant“ empfunden habe und dass Netanjahu das Thema gewechselt habe, als er auf den Fortgang der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern angesprochen worden sei. Auf die Frage Goldbergs Ende Januar 2016 habe, ob er tatsächlich iranische Nukleareinrichtungen bombardiert hätte, wenn Teheran nach Atomwaffen streben würde, habe Obama mit Ja geantwortet. Netanjahu hingegen habe von den USA verlangt, schon die iranische Fähigkeit zu verhindern, eine Atombombe zu besitzen.

Als der norwegische Außenminister Børge Brende Netanjahu besucht habe, hatte Ravid am 26. Februar berichtet, und ihn angesichts der Gerüchte, die USA würden im UN-Sicherheitsrat tätig werden, zu einer eigenen Initiative aufgefordert habe, bevor es zu spät sei, habe Netanjahu gemurmelt, er kenne die Washingtoner Pläne nicht und ziehe alle Möglichkeiten in Betracht. Hinter der lakonischen Antwort, so Ravid, verstecke sich die große Unsicherheit, welches Vermächtnis Obama für den israelisch-palästinensischen Konflikt besonders miteiner Resolution des UN-Sicherheitsrats hinterlassen werde, welche die UN-Resolutionen 242 von 1967 und 338 von 1973 ersetzen würde.