23.02.2016

Nach einem „Haaretz"-Bericht schlägt der Vorsitzende des Rechtausschusses der Knesset Nissan Slomiansky (Partei „Das jüdische Haus") ein Institut vor, das die Erzeugnisse der alten jüdischen Rechtsliteratur in die moderne Rechtsprechung „übersetzen" soll. Gegenüber dem „Spiegel“ hatte Justizministerin Ayelet Shaked der Zwei-Staaten-Lösung eine Absage erteilt und den Wunsch geäußert, dass die Richter „sich nicht nur am allgemeinen Gesetz oder an europäischen Rechtssystemen orientieren“, sondern „sich in ihren Urteilen auch vom Talmud inspirieren lassen“[1].

[1]   Vgl. die Eintragung am 29.01.2016. 

FAZ-Korrespondent Hans-Christian Rößler berichtet über die wachsende Bedeutung des Tourismus in jüdischen Siedlungen der Westbank. Mittlerweile gebe es mehr als 200 Pensionen und Ferienhäuser mit eigener Dusche und Toilette - manche auch mit Schwimmbad -, die über die Buchungsplattform „Airbnb" angeboten würden. Nach palästinensischen Protesten habe der Siedlerrat (YESHA) dazu aufgerufen, bei „Airbnb" erst recht Buchungen vorzunehmen. Immer mehr Christen aus asiatischen Ländern wie Taiwan und Südkorea seien in letzter Zeit gekommen, weil es das Land der Bibel sei. Die meisten Besucher seien „völlig überrascht darüber, wie friedlich es hier ist. Ganz anders als die Fernsehbilder, die die Siedler dämonisieren und dauernd Kriegslärm zeigen", zitiert Rößler einen Siedler. „Je weniger sie über den Konflikt wissen, desto freier bewegen sie sich[1]." 

[1]  Hans-Christian Rößler: Urlaub im Niemandsland, in FAZ 23.02.2016, S. 7.