22.01.2016

Chemi Shalev verweist auf die Geschichte jener US-amerikanischen Diplomaten von Henry Kissinger über Dennis Ross, Aharon David Miller und Dan C. Kurtzer bis zum gegenwärtigen Botschafter in Israel Dan Shapiro, die von nationalistischen Politikern, Publizisten und Siedlern als „Judenjunge“ (hebräisch „Yehudon“) abqualifiziert worden sind, weil sie im Dienst der US-Administration nicht die Interessen Israels in Washington vertreten hätten. Der Vorsitzende des Rates der Siedlungen in der Westbank Benny Katzover habe im vergangenen Jahr das Video „Der ewige Jude“ ins Netz gestellt[1].

[1]   Chemi Shalev: Israeli anti-Semites and American Jewboy, from Dan Shapiro to Wyatt Earp, in „Haaretz” 22.01.2016.  

 Das israelische Militär geht gegen einige Dutzend Siedler in Hebron vor, die nahe der Höhle der Stammväter („Machpela“) vor, die zwei arabische Häuser unter den Vorwand besetzen wollten, sie hätten sie gekauft. Verteidigungsminister Moshe Ya’alon begründet die Maßnahme damit, dass die Siedler „das Gesetz mit Füßen getreten“ und ihre Aktion nicht mit den zuständigen Behörden koordiniert hätten. Parlamentspräsident Yuli Edelstein fügt hinzu, dass die Besetzung zu einer Zeit erfolge, in der „unsere Feind uns nicht nur physisch, sondern unser Recht auf das Land untergraben wollen“. Die Entscheidung über den Fall könnte sich Jahre hinziehen und sich damit, wie üblich, erledigen.

Nach schweren Unruhen und Demonstrationen in mehreren Städten gegen die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der lahmenden Wirtschaft und wegen des ausbleibenden Tourismus, die anhaltende Korruption und die Reformunfähigkeit verhängt die Regierung Tunesiens den Ausnahmezustand.