10.01.2016

Auf der wöchentlichen Sitzung nominiert das israelische Kabinett Arye Deri („Sefardische Thorawächer – Shas“) zum neuen Innenminister als Nachfolger von Silvan Shalom, der am 20. Dezember 2015 nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurücktreten musste. Deri war Mitte der 1990er Jahren gezwungen worden, das Innenministerium nach Korruptionsvorwürfen zu verlassen, und hatte dafür im Jahr 2000 drei Jahre im Gefängnis gesessen.  Am 11. Januar wird die Ernennung mit der Mehrheit von 54 gegen 43 Stimmen im Parlament gebilligt. Dagegen betont Staatanwalt Shai Nitzan, dass die Ernennung „rechtlich untragbar“ sei, nachdem Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein keine Bedenken geäußert hatte.

Am Abend bricht Feuer in dem Gebäude in Jerusalem aus, in dem die israelische Menschenrechtsorganisation „B’tselem (Im Angesicht: Gen. 27,1)“ arbeitet. Die Polizei vermutet einen Kurzschluss.   

Israelische Grenzpolizisten verhindern am Morgen eine internationale Gruppe katholischer Bischöfe aus 17 Ländern an einem Besuch in der Westbank, so auch das Cremisan-Tal bei Beit Djalla, mit der Begründung, das Gebiet sei militärische Sperrzone. Der Besuch ist Teil des „Internationalen Bischofstreffens zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land“. Mitte August 2015 hatten Bauarbeiten an einem Teilstück der israelischen „Sperrmauer“ auf privatem palästinensischem Gebiet begonnen, nachdem das Oberste Gericht den Bau gestattet hatte. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens. Zahlreiche Kirchenvertreter, darunter die Deutsche Bischofskonferenz, verurteilten den Beginn der Bauarbeiten. Schwerpunkt des diesjährigen Solidaritätstreffens ist ein fünftägiger Besuch bei syrischen und irakischen Kriegsflüchtlingen in Jordanien.