09.01.2016

Im Interview mit „Haaretz“ stellt sich David Howell Petreaus aufgrund seiner langen militärischen Karriere und seiner Zeit als Direktor der „Central Intelligence Agency (CIA)“ den regionalen Problemen zwischen Teheran und Jerusalem. Dabei bekennt er sich zu der These, dass manchmal „der Feind meines Feindes immer noch mein Feind“ bleibe. Der „Iran-Deal“ vom Sommer 2015 bedürfe der ständigen Überprüfung der Fortschritte bei der iranischen Nuklearabrüstung. Die von ihm früher vertretene Auffassung, dass Frieden und Stabilität im Nahen Osten durch die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts befördert würden, halte er nicht mehr aufrecht, denn es gäbe zahlreiche Konflikte, bei denen der israelisch-palästinensische nur „peripher“ sei. Petreaus spricht sich dafür aus, in Israel und in den palästinensischen Gebieten die gegenwärtige „Situation zu stabilisieren“, weil weitere Verhandlungen momentan nicht „bedeutungsvoll“  wären. Der ehemalige Ministerpräsident Salam Fayyad habe den richtigen Weg der Reformen und der wirtschaftlichen Entwicklung eingeschlagen, auf den die heutige Autonomiebehörde zurückkehren solle. Für den israelischen Inlands- und Auslandsgeheimdienst und ihre leitenden Persönlichkeiten habe er, Petreaus, höchsten Respekt. Im Blick auf die gegenwärtigen „Differenzen und Meinungsverschiedenheiten“ zwischen Washington und Jerusalem solle man einen Schritt zurücktreten und das „große Bild“ der „gemeinsamen zentralen Werte“ beim Kampf gegen den Terrorismus und dem Respekt für die demokratischen Freiheiten erkennen[1].

 

[1]   Amir Oren: Petreaus zu Haaretz: U.S. image as war-weary emboldens the enemy, in „Haaretz“ 09.01.2016.