16. Oktober

Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet eine Resolution gegen die Entscheidung von Präsident Donald Trump, die amerikanischen Soldaten aus dem Nordosten Syriens abzuziehen, mit 354 gegen 60 Stimmen. Zu den 129 Republikanern, welche die Erklärung mittragen, gehört der politische Vertraute Trumps Lindsey Graham. Auch für die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Elisabeth Warren haben die USA im Nahen Osten nichts zu suchen. Das türkische Militär rückt zwecks Etablierung einer Sicherheitszone unter ihrer Kontrolle mit der “Operation Friedensquelle” in das territoriale Vakuum gegen die dort lebende kurdische Bevölkerung ein. Aus Verzweiflung sucht ihre Führung den Schulterschluss mit dem bisher verhassten syrischen Staatschef Bashar Al-Assad., der mit Unterstützung Russlands, der einzig verbliebenen Großmacht in der Region, seine politischen Arrondierung durchzusetzen sucht. Die Europäische Union zeigt sich wie üblich hilflos. Die zwischen Washington und Ankara am 18. Oktober vereinbarte Waffenruhe bleibt brüchig, weil sie über den Aufruf hinaus keine operative Regelungen vorgibt. Am 19. Oktober demonstrieren viele zehntausend Kurdinnen und Kurden und ihre Sympathisanten in deutschen Großstädten wie in Köln, Hamburg und Berlin gegen die türkische Regierung. Nach offiziellen Angaben hat die Türkei rund 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge registriert.