05./06. November

David Shimron und Yitzhak Molcho, Rechtsanwälte und engste Vertraute von Benjamin Netanjahu, sind in Polizeigewahrsam genommen worden. Beide seien die rechte und die linke Seite seines Gehirns, sein Innen- und sein Außenminister, kommentiert Yossi Verter in „Haaretz“. Molche sei außerdem ein Stück Geheimdienstchef, Verteidigungsminister und Super-Botschafter. Shimron sei in die von der Bundesregierung mit 540 Millionen Euro hoch subventionierte Lieferung von drei U-Booten und vier Patrouillenbooten tief verwickelt. Im 3. Quartal 2017 wurden Rüstungsgüter im Wert von 84 Millionen Euro nach Israel ausgeführt. Dazu auch die Eintragung am 23.10.2017 in dieser Chronologie“. Nach einem Bericht der auflagenstärksten Tageszeitung „Yediot Achronot“ („Letzte Nachrichten“) habe Shimron nicht gezögert, Journalisten nachts aus dem Bett zu klingeln, wenn sie kritisch über den Regierungschef berichtet hätten. Beide Mäner sind verwandtschaftlich mit Netanjahu und durch Heiraten untereinander verbunden. Zwei Fragen bleiben offen: Fällt Netanajhu statt über seine Politik über die Skandale seiner beiden Mitarbeiter, und wer folgt ihm? Sieht sich die Bundesregierung veranlasst, jetzt von ihrer Vorbgehaltsklausel Gebrauch zu machen, nachdem sich die Korruptionsvorwürfe bestätigen? In Berlin ist vor allem Ursula von der Leyen am Zuge.

Mitte November, so berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am 16. November, beteiligen sich 110 deutsche Soldaten des Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ im Negev gemeinsam mit Einheiten aus Frankreich, Italien, Griechenland, Polen, USA und Indien an israelischen Manövern. 2017 fanden bislang 88 deutsch-israelische Militärprojekte statt.