12. Oktober

Das „State Department“ verkündet den Austritt der USA aus der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, der UNESCO, zum 31. Dezember 2018. Zur Begründung werden die Reformunfähigkeit, das Mismanagement und die antiisraelische Haltung der Organisation mit Sitz in Paris angegeben. Seit 2011 hat Washington seine Zahlungen an die UNESCO eingestellt und sein Stimmrecht verloren. Darauf verkündet auch die israelische Regierung ihre Absicht, der UNESCO ebenfalls den Rücken zu kehren. Die UNESCO hatte 2011 Palästina als Vollmitglied aufgenommen. Außerdem war der Komplex der Ibrahim-Moschee in Hebron zum Weltkulturerbe ernannt worden. Am 13. Oktober nominiert der 58 Mitglieder umfrassende UNESCO-Exekutivrat die französisch-jüdische Audrey Azoulay als neue Generalsekretärin. Azouly, gegen die in der Stichwahl ein Qatari antrat, war früher französische Kulturministerin. Die 195 Mitglieder umfassende UNESCO-Mitgliederversammlung soll am 10. November Azoulays Nominierung bestätigen.

Am selben 12. Oktober verkünden „Fatah“ und „Hamas“ nach ägyptischer Vermittlung ihre Versöhnung. Damit soll die seit 2005 angehaltende Spaltung überwunden werden. Die mehr als 40.000 Regierungsangestellten sollen wieder von Ramallah aus bezahlt werden. Die Vereinbarung blendet strittige Themen aus, so die Entwaffnung der nach Iz Abd Al-Din Mustafa Yussuf Al-Qassem benannten Brigaden. Al-Qassem war im November 1935 nach einer Verfolgungsjagd von britischen Soldaten getötet worden. Ein Sprecher der israelischen Regierung kündigt an, dass die Versöhnung zwischen „Fatah“ und „Hamas“ die Bedingungen der „Road Map“ des Nahost-Quartetts vom Mai 2003 erfüllen müsse. Die damalige Regierung Sharon hatte ihm 14 Änderungswünsche vorgelegt, wozu die Forderungen gehörten, dass die Terror beendet werden und die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen müssten.

Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat, nach der „Israel Land Authority“ der größte Grundstückseigentumer im Land, verkauft im Zentrum Jerusalems 240 Wohneinheiten zum als lächerlich eingestuften Niedrigpreis von 3,3 Millionen US-Dollar an eine anonyme Gesellschaft.