27. Dezember

Laut Israels Transportminister Israel Katz befinden sich Pläne in der ersten Stufe des Vorlaufs, in Jerusalem die Straßenbahnlinie über die Altstadt zu führen.

25. Dezember

Die stellvertretende israelische Außenministerin Tsipi Hotovely erwartet, dass nach der guamaltekischen Ankündigung zehn weitere Staaten ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen werden.

Nach der Mitteilung am 11. Dezember, Teile des Militärs vom Luftwaffenstützpunkt Hmeimim abzuziehen, gibt Staatspräsident Wladimir Putin bekannt, dass Russland seine militärische Präsenz in Syrien verstärken werde. Dazu gehöre die Verlegung von mehreren Kriegsschiffen im Hafen Tartus.

24. Dezember

Zum vierten Mal protestieren mehr als zehntausend Israelis am Abend in Tel Aviv und nun auch in Jerusalem für die Fortsetzung der Untersuchungen wegen Korruption gegen Misterpräsident Benjamin Netanjahu und gegen Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit, dem die Verschleppung des Verfahrens vorgeworfen wird. Auch der politischen Rechten Angehörige beteiligen sich an den Demonstrationen. Die Führung des „Likud“ unterstellt den Demonstranten, zum Mord gegen Netanjahu aufzurufen.

23. Dezember

In ihrem Appell mit der Überschrift „Der Krieg im Jemen ist auch unser Krieg“ in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verlangt die Ko-Vorsitzende der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ im Bundestag Karin Göring-Eckardt: „Wenn SPD und Union über eine Fortsetzung der großen Koalition verhandeln, darf sich die fahrlässige Nachlässigkeit bei der Rüstungsexportkontrolle durch SPD und Union nicht fortsetzen. Wir brauchen einen Neuanfang der deutschen Rüstungsexportpolitik. Maßstab müssen die Menschenrechte und nicht Unternehmensinteressen sein.“ Deutschland mit seinen exzellenten Verbindungen in den Jemen könne mehr tun, um den Konflikt zu beenden.

21. Dezember

Bei der Einweihung eines Krankenhauses in Ashdod bezeichnet Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Morgen die Vereinten Nationen als „ein Haus der Lügen“. Gleichzeitig kündigt er die Fortsetzung der Bautätigkeit in Ost-Jerusalem an und äußert die Erwartung, dass bald viele Botschaften von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen würden, weil immer mehr Regierungen die Haltung Israels verstehen würden. Hintergrund ist die heutige Sitzung der UN-Vollversammlung zum Thema Jerusalem, nachdem eine Resolution des Sicherheitrates am 18. Dezember am Veto der USA gescheitert war. In Absprache mit Washington hat die israelische Regierung in den vergangenen Tagen versucht, viele Delegationen dazu zu bewegen, bei einer Abstimmung in der Vollversammlung sich entweder der Stimme zu enthalten, an der Sitzung nicht teilzunehmen oder nicht zu den Delegierten zu sprechen. US-Präsident Donald J. Trump drohte am 20. Dezember damit, die Zahlungen an die Vereinten Nationen einzustellen, sollte die Mehrheit für eine Jerusalem-Resolution stimmen.

20. Dezember

David Bitan, enger Vertrauter Benjamin Netanjahus und Vorsitzender der Koalition in der Knesset, erklärt seinen Rücktritt. Die Behörden werfen ihm Betrug, Vertrauensbruch und passive Korruption in seiner Amtszeit als stellvertretender Bürgermeister von Rishon Le-Zion vor. Weitere Ermittlungen sind neben Netanjahu gegen seine Berater David Shimron und Yitzhak Molcho, gegen Sicherheitsberater Avriel Bar-Yosef, gegen Arbeitsminister Chaim Katz und gegen UN-Botschafter Danny Danon im Gange.

18. Dezember

Nach der Ernennung der neuen österreichischen Regierung unter Leitung von Sebastian Kurz (ÖVP) und Christian Strache (FPÖ) ordnet Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an, die diplomatischen Beziehungen zu Wien vorerst auf die Arbeitsebene zu beschränken. Kurz reagiert kühl. Am 20. Dezember berichtet das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv über den wachsenden Rassismus gegen schwarzafrikanische Flüchtlinge. 

16. Dezember

Nach dem 02. Dezember protestieren zum dritten Mal Tausende Israelis am Abend in Tel Aviv, Haifa und in Rosh Pina (Obergaliläa) beim „Marsch der Schande“ mit der Aufforderung „Netanjahu ins Gefängnis!“ gegen eine Gesetzesvorlage. Mit ihrer Hilfe soll der Ministerpräsident von juristischen Untersuchungen wegen passiver Koorruption freigestellt werden. Am Tag zuvor hatte auch ein australischer Milliardär eingeräumt, Netanjahu über einen Mittelmann mit hochkarätigen Geschenken bedacht zu haben.

15. Dezember

Die EU-Kommission berichtet, dass im ersten Halbjahr 2017 in Ost-Jerusalem und in der Westbank 8.000 neue Wohneinheiten gebaut wurden oder in Planung sind. In diesem Zeitraum hätten 208.000 Juden in Ost-Jerusalem und 399.000 in der Westbank gewohnt. Am 20. Dezember berichtet „Haaretz“, dass nach israelischen Plänen drei weitere Siedlungen im Jordantal errichtet werden sollen, um die Zahl der gegenwärtig 4.500 Bewohner in 20 Siedlungen auf rund 10.000 zu erhöhen.

14. Dezember

In Abstimmung mit dem Kabinett billigt Benjamin Netanjahu „im Prinzip“ eine Vereinbarung mit der Europäischen Union unter der Bezeichnung „Cross-Border Cooperation in the Mediterranean“ (EBI CBC Med), wonach auch die Türkei, Ägypten, Jordanien, Libanon und die Palästinensische Autonomiebehörde Finanzhilfen in Millionenhöhe für Projekte der Bildung, der Forschung, der Technologie, des Arbeitsmarktes und des Umweltschutzes erhalten sollen. Die für Israel vorgesehenen Mittel sollen gemäß der Vereinbarung nicht an Firmen und Organisationen fließen, die in den Siedlungen der Westbank, in Ost-Jerusalem und auf den Golanhöhen tätig sind. Ungeklärt bleibt, ob israelische Einrichtungen ausgespart werden, die gleichzeitig in Israel und in den palästinensischen Gebieten tätig sind.

Am selben Tag teilen die USA mit, dass sie sich zu einer zeitweiligen „Abkühlung“ ihrer Bemühungen um eine politische Regelung zwischen Israel und den Palästinensern entschlossen haben.  

13. Dezember

Unter Führung der Türkei protestiert in Istanbul die „Organisation islamischer Staaten“ (OIC), der lockere Zusammenschluss von 56 mehrheitlich sunnitischen und schiitischen Staaten plus der Palästinensischen Autonomiebehörde, scharf gegen die Anerkennung ganz Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald J. Trump am 06. Dezember.

11. Dezember

In seiner Ansprach in Brüssel verlangt Benjamin Netanjahu von den Europäern die „Anerkennung der Realität“ als Voraussetzung für den Frieden – mithin die Bestätigung der israelischen Siedlungspolitik in Ost-Jerusalem und in der Westbank auf der Grundlage der Enteignung palästinensischer Wohnanlagen und Bodenflächen. Er erwarte, dass die meisten europäischen Staaten Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen würden, weil dieser Schritt dem Frieden nicht im Wege stehen, sondern ihn ermöglichen würden. Israel sei der Stadt, der hauptsächlich das weitere Vordringen islamistischer Kräfte in der Region verhindere. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini besteht hingegen auf der Zwei-Staaten-Lösung mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt Palästinas. Dazu forderte sie beide Seiten zu Verhandlungen auf. Sie erwarte, dass kein Mitglied der EU seine Botschaft nach Jerusalem verlegen werde.

Im Vorfeld seines Besuchs hatte Netanjahu in Paris den Europäern „Scheinheiligkeit“ vorgeworfen, weil sie die Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in den letzten Tagen nicht verurteilt hätten. Präsident Emmanuel Macron ließ sich davon nicht beirren und kritisierte das Vorgehen der israelischen Regierung zur Verhinderung des Friedens mit den Palästinensern.

Nach Brüssel hatte sich Netanjahu entgegen dem diplomatischen Protokoll auf Einladung Litauens begeben. Abgeordnete des Europäischen Parlaments wollen die Gelegenheit nutzen, um von der israelischen Regierung Kompensationen für zerstörte Anlagen in der ausschließlich von Israel kontrollierten Zone C – sie macht über 60 Prozent der Westbank aus – zu verlangen, die mit EU-Mitteln finanziert wurden. Dazu hatten am 18. Oktober unter belgischer Führung die Regierungen Dänemarks, Frankreichs, Irlands, Italiens, Luxemburgs, Spaniens und Schwedens Entschädigungen für die Beschlagnahme und die Zerstörungen verlangt; die deutsche Bundesregierung schloss sich dem Protest nicht an. Ebenfalls am 11. Dezember wird der russische Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan in Ankara erwsrtet. Am 10. Dezember nannte Erdoğan Israel einen „Terrorstaat“. Auf der Tagesordnung in der türkischen Hauptstadt stehen Syrien und die Beziehungen zu den USA und zu Israel.

Auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien kündigt Staatspräsident Wladimir Putin in Anwesenheit seines Amtskollegen Bashar Assad den Abzug erheblicher Teile des russischen Militärs an, weil der „Islamische Staat“ vernichtet worden sei. Vom Luftwaffenstützpunkt Khmeimim fliegt Putin zur Pflege der „Islamische"strategischen Partnerschaft" nach Kairo weiter. Seine nächste Station ist Ankara.

 

09. Dezember

Wie am 02. Dezember versammeln sich erneut Zehntausende Israelis in Tel Aviv, in Haifa und in anderen Städten im Protest „Schande über Dich!“ gegen Benjamin Netanjahus Korruptionsaffären. Dessen ungeachtet fliegt der Ministerpräsident am Abend nach Paris zu Gesprächen mit Präsident Emmanuel Macron. Während er auch im Vorfeld seiner Begegnungen in Brüssel am folgenden Tag „mit erhobenem Haupt“ anreist, spricht Macron die Siedlungspolitik in der Westbank und die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald J. Trump an.

08. Dezember

Nach der Jerusalem-Entscheidung Donald J. Trumps am 06. Dezember tritt der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Ägyptens, Boliviens, Frankreichs, Großbritanniens, Schwedens und Senegals zu einer Sondersitzung zusammen. Mit einer Resolution ist nicht zu rechnen, weil die USA ihr Veto einlegen werden. Im Vorfeld hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres Washington kritisiert: „Es gibt keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, sie sei mit dem Vorstoß Trumps „nicht einverstanden“, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel wirft Trump vor, „Öl ins Feuer zu gießen“. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußert im Namen der 28 EU-Mitgliedsstaaten „ernsthafte Sorgen“ und warnt vor der Wiederkehr „dunkler Zeiten“. Das Auswärtige Amt in Jerusalem zeigt sich „überrascht“, dass die Palästinenser „die Realität“ nicht anerkennen würden. Die angekündigte Wiederbelebung des Nahost-Quartetts mit Frankreich, Großbritannien und dem UN-Generalsekretariat dürfte ergebnislos bleiben, weil auch die USA dazu gehören. Im November 2016 hatte der UN-Sicherheitsrat bei Stimmenthaltung Washingtons eine Resolution verabschiedet, in der jene einseitige Veränderung der Grenzlinien vor dem 04. Juni 1967, „einschließlich in Jerusalem“, abgelehnt wurde.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass die „Vereinigten Christen für Israel“ seit langem Trump zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem gedrängt hätten. 82 Prozent der evangelikalen Protestantenkirche, zu denen sich jeder vierte Amerikaner bekenne, würden nach einer Umfrage des „Pew Research Center“ von 2013 die Auffassung vertreten, dass Gott den Juden den Staat Israel gegeben habe; unter jüdischen Amerikanern sei die Zustimmungsrate weniger als halb so groß. Dagegen begrüßt das „Israel America Public Affairs Committee“ (AIPAC) die Entscheidung Trumps. Eine gleichlautende Stellungnahme geben die „Anti-Defamation League“, das „American Jewish Committee“, die „Jewish Federations of North America“, die „Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations“ ab – der Dachverband 50 großer jüdischer Verbände –, die „Zionist Organization of America“, das „Simon Wiesenthal Center, die „Republican Jewish Coalition“ sowie das „Jewish Democratic Council of America“. Gegen Trumps Dekret verwahren sich „J Street“ – die Organisation jüdischer Amerikaner, die für den Frieden Israels mit den Palästinensern eintreten –, der „New Israel Fund“ und die Herausgeber des Magazins „Tikkun“ unter ihrem Motto „to heal, repair and transform the world“: „Die Altstadt Jerusalem gehört keinem Volk allein.“

Benjamin Netanjahu hat Informationen zufolge vor der Erklärung Trumps dreimal mit dem Präsidenten telefoniert. Er äußert die Erwartung, dass nach einer Verlegung der US-amerikanischen Botschaft andere Staaten besonders aus Lateinamerika und Afrika diesem Beispiel folgen werden.

Für den 11. Dezember hat sich Netanjahu erstmal nach Brüssel selbst eingeladen. Neben Gesprächen mit Mogherini, die anschließend die EU-Außenminister informieren will, wollen Abgeordnete des Europäischen Parlaments von der israelischen Regierung Kompensationen für zerstörte Anlagen in der ausschließlich von Israel kontrollierten Zone C – sie macht über 60 Prozent der Westbank aus – verlangen, die mit EU-Mitteln finanziert wurden. Am 18. Oktober hatten unter belgischer Führung die Regierungen Dänemarks, Frankreichs, Irlands, Italiens, Luxemburgs, Spaniens und Schwedens Entschädigungen für die Beschlagnahme und die Zerstörungen verlangt; die deutsche Bundesregierung schloss sich dem Protest nicht an. Ebenfalls am 11. Dezember wird der russische Präsident Wladimir Putin zu Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan nach Ankara reisen. Auf der Tagesordnung sollen Syrien und die Beziehungen zu den USA und zu Israel stehen.

Nach Unruhen in Ramallah in der Nähe der Vertretungen der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Gesellschaft für Entwicklungshilfe und der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie am Checkpoint Kalandia und in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen – von dort sollen zwei Raketen auf Israel abgefeuert worden sein – wird bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär ein Palästinenser getötet. Präsident Machmud Abbas wird politische Schwäche vorgeworfen. Für den palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah ist Washingtons Hilfe „nicht erwünscht“. Das Auswärtige Amt in Berlin warnt Reisende mit Ziel Israel und Palästina, ohne jedoch eine Reisewarnung auszusprechen. Am 08. Dezember betont US-Außenminister Rex Tillerson, dass die Botschaft nicht vor 2019 nach Jerusalem verlegt werde. Einen Tag später sagt Abbas ein Treffen mit US-Vizepräsident Mike Pence ab.

05. November

Am Tag, an dem US-Präsident Donald J. Trump die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ankündigt und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel dadurch neue Probleme heraufziehen sieht, eröffnet die bayrische Europaministerin Beate Merk in Tel Aviv ein Büro der Staatsregierung zur Förderung von Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch, um „die besonderen Beziehungen Bayerns zu Israel noch sichtbarer als bisher (zu) machen“. Im Vorfeld der für den 06. Dezember angekündigten Verlegung spricht das US-Konsulat in Jerusalem eine Reisewarnung für die amerikanischen Staatsbürger aus. Mehrere palästinensische Gruppen rufen zu drei „Tagen des Zorns“ auf. Das israelische Militär bereitet sich auf schwere Auseinandersetzung am 08. Dezember, dem muslimischen Ruhetag, in Jerusalem und in der Westbank vor. Die vorläufige Eröffnung des Büros in Anwesenheit des deutschen Gesandten Georg Enzweiler und der stellvertretenden Außenministerin Tsipi Hotovely wird von der notifizierten Entscheidung Donald J. Trumps überlagert, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennnen und die Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Die tatsächliche Arbeit des Büros soll im März 2018 beginnen. 

Das US-Konsulat in der Jerusalemer Agnon-Straße spricht eine Reisewarnung für die amerikanischen Staatsbürger aus. Mehrere palästinensische Gruppen rufen zu drei „Tagen des Zorns“ auf. Das israelische Militär bereitet sich auf schwere Auseinandersetzung vor.

04. Dezember

Am „Internationalen Tag der Menschenrechte“ beginnt gemeinsam mit der israelischen Menschenrechtsorganisation „B’selem“ („Im Angesicht, Gen. 1,27) eine Ausstellung der Europäischen Union unter dem Titel „50 Jahre“ mit den 50 Porträts von Palästinensern, die 1967 geboren wurden. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Jerusalem stellt die Vermutung an, die Europäer würden glauben, die Herzen der Israelis zu gewinnen, wenn sie ihnen „ins Gesicht spucken. Wir erleben immer denselben Angang der Bevormundung, uns hypokritische, herablassende Moral zu predigen“. Der Vorsitzende der Siedlerpartei „Das Jüdische Haus“ Naftali Bennett fügte hinzu, dass die Europäische Union keine Gelegenheit auslasse, „auf den Staat Israel einzuhämmern“. Dabei werde Israel nach den Worten der stellvertretenden Außenministerin Tsipi Hotovely seit über 100 Jahren (sic) vom palästinensischen Terror bedroht. Leider habe die EU nicht in das Erziehungssystem der Palästinensischen Autonomiebehörde investiert, das Kinder zur Bereitschaft erziehe, unschuldige Zivilisten zu töten.

Im Februar hatte Benjamin Netanjahu den belgischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt, nachdem Ministerpräsident Charles Michel Vertreter von „B’tselem“ und „Breaking the Silence“ getroffen hatte. Ebenfalls im Februar war Netanjahu bei der britischen Premierministerin Theresa May mit der Aufforderung vorstellig geworden, auf das Ende der Finanzierung von „B’tselem“, „Breaking the Silence“, „Adalah“ („The Legal Center for Arab Minority Rights in Israel“) und anderen Einrichtungen zu dringen. Im April hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Vertreter von „B’tselem“ und „Breaking the Silence“ getroffen, im Mai besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die jüdisch-arabische Bildungs- und Fortbildungseinrichtung „Givat Haviva“, und im Oktober schritt die israelische Regierung ein, als eine EU-Delegation den Auftritt des geschäftsführenden Direktors von „B’tselem“ Hagai El-Ad in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates“ zur Siedlungspolitik unterstützte.

02. Dezember

Viele zehntausend Israelis (Schätzungen belaufen sich auf 30.000) protestieren am Abend zwischen dem Rothschild-Boulevard und dem Platz am Habima-Theater in einem „Marsch der Schande“ gegen eine Gesetzesvorlage, mit der Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der Strafverfolgung in zwei Fällen der passiven Korruption geschützt werden soll. Das „Recommendation Law“, das am 04. Dezember in der Knesset verabschiedet werden soll, sieht vor, dass im Falle von in Gang befindlichen Untersuchungen gegen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, die Polizei keine Empfehlungen abgeben oder diese nicht dem Generalstaatsanwalt übergeben darf, wenn er sie anfordert. Unter den Demonstranten befindet sich auch der frühere Generalstaatsanwalt Michael Ben-Yair. Netanjahu selbst hat gegen den Gesetzentwurf keine Einwände erhoben.

29. November

Zehn US-Senatoren, darunter Bernard („Bernie“) Sanders (Vermont), Dianne Feinstein (Kalifornien), Richard Durbin (Illinois) und Elisabeth Warren (Oklahoma), haben in einem Brief den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu aufgefordert, die Zerstörung der palästinensischen Dörfer Sussia und Khan Al-Amar in der Westbank zu stoppen. Sie gefährde die Zwei-Staaten-Lösung und bedrohe Israel als jüdische Demokratie, heißt es in dem Schreiben.

Das „Bibelhaus Frankfurt“ sagt eine Ausstellung mit 270 archäologischen Fundstücken - Trinkgefäße, Gewandnadeln, Schmuck, Pfeilspitzen und Münzen - aus Qumran am Toten Meer aus der Zeit zwischen 200 v. und 135 n.d.Z. ab. Sie sollten von der israelischen Antikenverwaltung im Benehmen mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau als Leihgaben an den Main kommen. Zur Begründung der Absage erklärt der Direktor des Museums Jürgen Schefzyk, die Bundesregierung habe sich geweigert, eine rechtsverbindliche Rückgabeerklärung – eine „Immunitätszusage“ – abzugeben, weil ein Objekt aus der palästinensischen Westbank stammt, eben aus Qumran. Da die israelische Behörde auf der Gesamtrückgabe bestanden hat, kommen auch Gegenstände aus der Festung Massada nicht zur Präsentation. Am 05. Dezember verlagert das Auswärtige Amt die Absage auf die hessische Landesregierung. Diese trage „im Benehmen“ mit der Beauftragten für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt Monika Grütters die Verantwortung. In seiner Zeit als Bundesaußenminister hatte sich Frank-Walter Steinmeier für die Ausstellung eingesetzt.

Im Rahmen der UN-Konferenz zur Förderung der Gleichheit der Geschlechter in Kairo bringt die israelische Ministerin für soziale Gleichheit Gila Gamliel die Sinai-Halbinsel als geeigneten Ort für einen palästinensischen Staat ins Gespräch. Nach Vorhaltungen erklärt das Auswärtige Amt in Jerusalem, dass sie keinen Anteil an dieser Idee habe. Gamliel trägt sie jedoch nicht zum ersten Mal vor, auch Ayoub Kara („Likud“), Minister für Kommunikation, der frühere Chef des israelischen Sicherheitskabinetts Giora Eiland und US-Präsident Donald J. Trump sollen dem Vorschlag positiv gegenüberstehen. In El-Arish im Norden der Halbinsel wohnen einige hundert Palästinenser.

30. November

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel reist zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Rex Tillerson nach Washington. Nach einem Bericht der „New York Times“ vom Tage werde Tillerson Anfang 2018 gegen den CIA-Direktor Mike Pompeo ausgetauscht. Tillerson habe sich den Unmut von Donald J. Trump zugezogen, weil er gegenüber dem Präsidenten im „Iran Deal“ von 2015, im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Qatar sowie wegen Nordkorea eine abweichende Auffassung vertrete.

24. November

Beim Freitagsgebet in einer Mosche in der Nähe von El-Arish im Norden der Sinai-Halbinsel werden bei einem Terrorakt mindestens 305 Menschen getötet. Die Behörden vermuten ägyptische Ableger des "Islamischen Staates" hinter dem Anschlag.