"Eine Orgie der Huldigung"

Bei der diesjährigen Konferenz des „American Israel Public Affairs Committee“ (AIPAC), zu der ins Washingtoner „Renaissance Hotel“ mehr als 10.000 Menschen gekommen sind, ragt unter den Mitgliedern des US-Teams die UN-Botschafterin Nikki Haley hervor, die die Gäste durch ihr Bekenntnis für Israel zu 18 stehenden Ovationen hinreißt. Kommentatoren sprechen von einer „Orgie der Huldigung“.

Der demokratische Senator Chuck Schumer (New York) führt die Friedlosigkeit der Palästinenser darauf zurück, dass sie nicht an die Thora glauben. Die jüdischen Siedlungen, die Bodenenteignungen und die geplante Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem hätten nichts mit dem Konflikt zu tun. Israel habe auf den Gazastreifen verzichtet, und auf der Gipfelkonferenz im Juli 2000 in Camp David habe Ehud Barak riesige Konzessionen angeboten, die Yasser Arafat zurückgewiesen habe.

Der demokratische Senator Robert Menendez (New Jersey) sagt Israel als „unserem einzigen Verbündeten im Nahen Osten“ Hilfe im Falle einer iranischen Aggression zu. Der demokratische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Steny Hoyer (Maryland) bezeichnet Israel als „Wunder im Nahen Osten“.

Der rhetorisch perfekte Auftritt von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lässt vergessen, dass er zu Hause mit einer Anklage wegen Untreue und Bestechung rechnen muss. Wer heute Israel boykottiert, müsse damit rechnen, in Kürze selbst boykottiert zu werden. Das Verhältnis zu den Palästinensern kommt kaum mehr als in einer Fußnote vor. Niemand könne Israel besser repräsentieren als er, heißt es.