"Israel bricht die Brücken zur christlichen Welt ab"

Aus Protest gegen ein Gesetzesvorhaben in der Knesset, das es ermöglichen soll, kirchlichen Grundbesitz zu verstaatlichen, sowie gegen Pläne der Jerusalemer Stadtverwaltung, künftig auch von den Kirchen die seit osmanischer Zeit nicht eingetriebene Kommunalsteuer („Arnona“) in der heutigen Größenordnung von umgerechnet 150 Millionen Euro zu erheben, versammeln sich am 25. Februar die Spitzen der Griechisch-Orthodoxen, der Armenischen und der Römischen Kirche vor der Grabeskirche und unterbrechen den Zugang für Besucher. Auf Transparenten heißt es „Genug ist genug!“ Am 26. Februar schließt sich die evangelische Erlöserkirche dem Vorgehen an. Die Enteignungen kommen privaten Investoren zugute, so in dem in den 1920er Jahren entwickelten Stadtteil Rehavia.

Das israelische Vorgehen werde die christliche Präsenz im Heiligen Land weiter dezimieren, heißt es in kritischen Kommentaren. Die Tageszeitung „Haaretz“ fragt in ihrem Bericht „Israel bricht seine Brücken zur christlichen Welt ab", was geschehen würde, wenn in einem anderen Land Grund und Boden von Synagogen enteignet würde.

Nach Protesten frieren am 27. Februar die Regierung und die Stadtverwaltung Jerusalem ihre Pläne ein.