Trumps "Deal of the Century"

von Reiner Bernstein

Ben Caspit, einer der bekanntesten israelischen Kommentatoren mit eigenem TV-Programm, hat am 19. Dezember 2018 in der Internetplattform www.al-monitor.com Donald Trumps „Handel des Jahrhunderts“ diskutiert. Danach soll Jerusalem in drei Sektoren aufgeteilt werden: in die Hauptstadt Israels im Westen der Stadt mit einer Kontrolle der „Klagemauer“ und des jüdischen Viertels in der Altstadt, der Hauptstadt Palästinas in Ost-Jerusalem sowie dem „Holy Basin“ – bestehend aus der übrigen Altstadt, dem Ölberg, dem Zionsberg und der „Stadt Davids“ (arabisch Silwan) – unter internationaler Kontrolle. Über die Zukunft der Westbank äußere sich Trumps „Deal of the Century“ nicht. Höchst interessant bleiben freilich die Überlegungen zum „Herzstück des israelisch-palästinensischen Konflikts“ (Judith Bernstein).

Während der amerikanische Botschafter in Israel David Melech Friedman und Israels Botschafter in Washington Ron Dermer strikt gegen Trumps Pläne seien und alles unternehmen würden, um seine Vorlage zumindest zu verschieben, stehe Trumps Nahostbeauftragter Jason Greenblatt hinter dem Präsidenten. Dasselbe gelte für seinen Schwiegersohn Jared Kushner.

Auch Benjamin Netanjahu setze alle Hebel gegen die jetzige Präsentation in Bewegung. Sie würde es ihm äußerst erschweren, die bevorstehenden Parlamentswahlen zu gewinnen und Naftali Bennetts annexionistische Partei „Unser Haus Israel“ in die Schranken zu weisen. In den USA würde er gemeinsam mit Dermer auf den Widerstand der Evangelikalen bauen.

Die große Unbekannte, so Caspit abschließend, seien Trumps Impulsivität, Stimmungen und Bauchgefühle sowie seine Abneigung gegen „team work“. Die Europäer mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Polen und Schweden hätten am 19. Dezember Washington aufgefordert, in die Zwei-Staaten-Lösung die Teilung Jerusalems einzubeziehen.