Trump, Bannon, Adelson und Ailes

In seinem neuen Buch "Fire and Fury" über die persönlich gefärbten Stellungskriege im Weißen Haus berichtet der um Skandalveröffentlichungen nicht verlegene Autor Michael Wolf den folgenden Dialog zwischen dem von Donald J. Trump im August 2017 gefeuerten Chefstrategen Steven Bannon, dem Kasino-Milliardär Sheldon Adelson und dem Chefredakteur von "Fox News" Roger Ailes

Bannon: "Eines Tages werden wir die Botschaft nach Jerusalem verlegen, Netanjahu weiß das." 

Adelson: "Ja, das stimmt. Wir wissen, worauf das hinausläuft... Jordanien bekommt die Westbank, Ägypten wird den Gazastreifen übernehmen. Lasst sie sich damit herumschlagen. Oder beim Versuch untergehen."

Ailes: "Wo steht Donald dabei?" 

Banon: "Er ist völlig an Bord."

Ailes: "Ich glaube nicht, dass Donald viel darüber nachdenkt."

(Zitiert von Jochen Stahnke in der FAZ am 11.01.2018, S. 8). 

Der angebliche Dialog bestätigt Medienberichte, wonach Trump für die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels von Benjamin Netanjahu einen politischen Preis verlangen dürfte. Nach einem Bericht der liberal-konservativen jüdischen Zeitung "Forward" befürchtet Henry Kissinger einen Kulturkampf zwischen Juden und Nicht-Juden im Weißen Haus.

Vor einigen Tagen hat die Knesset ein Gesetz verabschiedet, das territoriale Abstriche in Jerusalem zu israelischen Lasten weiter erschwert. Außerdem sollen arabische Wohnviertel aus der kommunalen Verantwortung entlassen und zu separaten Zonen erklärt werden.