„Wie alle Völker...“?

Zum widersprüchlichen Stellenwert Israels und Palästinas in der internationalen Diplomatie

Unvergessen: Akiva Ernst Simon (Berlin 1899 – Jerusalem 1988) und die Leitbilder deutschsprachiger Zionisten in der britischen Mandatszeit  

für Judith (Jerusalem/München), mein Herz

Sharon und Ermina 2011 in Neve Shalom/Wahat Al-Salam. Die beiden Mädchen leben mit ihren Eltern in der jüdisch-arabischen Gemeinschaftssiedlung am Fuße des Judäischen Bergrückens zwischen Tel Aviv und Jerusalem. (Courtesy Fritz Mastnak, München)

Eine Zusammenfassung

Lässt sich Palästina von außen auf den Weg des Friedens drängen? Durch die jüdische Geschichte, in der die Gemeinden auf der Autonomie beharrten, durch den Zionismus seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, in der die fortwährende Bedrückung durchaus der offenen, demokratisch organisierten Gesellschaft vorgezogen werden sollte, und durch den Staat Israel ziehen sich ein energischer Interpretationskampf:

Kann das jüdische Volk unter Verweis auf seine unmittelbare Bindung an Gottes Gebote und durch seinen verheißenen Eigentumstitel am Land Israel einen rechtsfreien Raum beanspruchen. Ist es „ein Volk, das allein wohnt und sich nicht zu den anderen Völkern rechnet“ (Num. 23,9), oder gehört heute der Staat Israel zur Völkergemeinschaft, so dass er sich an die UN-Charta und an internationale Konventionen halten muss?

Der Kulturkampf hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Formen angenommen. Sie in seiner Umfänglichkeit zu ignorieren, ist eine wesentliche Ursache für das Scheitern auswärtiger Interventionen. Daraus müssen strategische Konsequenzen abgeleitet werden.  

Der Titel des Gesamtmanuskripts, das Verlagen zur Entscheidung vorliegt, geht auf eine Broschüre zurück, die der erste Kanzler der Hebräischen Universität in Jerusalem Judah L. Magnes 1930 beim Berliner Kommissionsverlag / Buchhandlung „Kedem“ der zionistischen Bewegung als Frage vorgelegt hat. Warnung oder Prophetie?