Von Helmut Kohl zu Andreas Scheuer

Vor drei Jahrzehnten fiel ein CSU-Abgeordneter mit der Bemerkung auf, wo immer es um Geld gehe, könne man sicher sein, dass die Juden ihre Hände im Spiel hätten, worauf Helmut Kohl mit der Beschwichtigung reagierte, wenn er bei Gelegenheit den Abgeordneten treffe, werde er ihn auffordern, nicht mehr so zu formulieren.

Nachdem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer jetzt im Regensburger Presseclub zu der Befürchtung griff, den nach dem Tod von Vater und Bruder aus Westafrika geflüchteten Denis Sambou werde man – trotz gelungener Integration – „nie wieder abschieben“ können, sind Kirchenleute dafür eingetreten, dass „Achtsamkeit im sprachlichen Ausdruck was Wesentliches“ sei, solche Tonlagen seien „nicht hilfreich“.

Tatsächlich geht es um Dramatischeres: Hinter menschenverachtenden Bekenntnissen steckt eine rassistische Gesinnung unter politisch verbrämter Notdurft. Die Forderung, Scheuer müsse nach seiner unerträglichen Entgleisung zurücktreten, reicht nicht aus. Vielmehr muss ein Politiker mit solchem Gedankenschlecht zurückgetreten werden. Ansonsten sollten Aufforderungen zur christlich-abendländischen Leitkultur, zur politischen Hygiene etc.pp. endlich über Bord geworfen werden.