Zusammen geht, was zusammengehört

Das Oberste Gericht hat am 05. Juni 2016 einen Dringlichkeitsantrag zurückgewiesen, jüdischen Demonstranten am heutigen „Jerusalem-Tag“ – der gleichzeitig den Beginn des islamischen Fastenmonats „Ramadan“ markiert – den Marsch durch die Altstadt und besonders das dortige Moslemische Viertel zu untersagen. Gleichzeitig räumen die Veranstalter ein, dass das Amt des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, die Stadtverwaltung Jerusalems und eine US-amerikanische NGO Finanzmittel für die Organisation des Marsches bereitgestellt haben. Am Vortag hat Oppositionsführer Yitzhak Herzog die Bereitschaft der von ihm geführten „Zionistischen Union“ erklärt, sich der Regierung anzuschließen, wenn die Partei „Das jüdische Haus“ von Bildungsminister Naftali Bennett aus der Koalition entlassen wird. Herzog begründete die Bereitschaft damit, dass sich Netanjahu mit Extremisten eingelassen habe. Am 06. Juni regt sich unter den Abgeordneten der „Zionistischen Union“ erklärter Widerstand gegen einen Beitrat zur Regierung. Herzog habe dafür keine Mehrheit in der Fraktion. Netanjahus Bekenntnisse in englischer Sprache zu einer Zweistaatenregelung würden durch seine Erklärungen in hebräischer Sprache vor Ort konterkariert. Zuvor hatte Bennett in der orthodoxen Rabbinerausbildungsstätte „Yeshivat Merkaz ha-Rav“ – benannt nach dem ersten aschkenasischen Oberrabbiner in Palästina Abraham Isaac Kook (1865 – 1935 ) – dem Ministerpräsidenten und dem neuen Verteidigungsminister Avidor Lieberman die Absicht zur Rückkehr auf die Linien vor dem Junikrieg 1967 und die Teilung Jerusalems vorgehalten. Lieberman ruft am 06. Juni Bennett auf, sich zu „entspannen".