Judith & Reiner Bernstein: Die Welt aus den Fugen, und was uns bewegt

 

 

Die Welt aus den Fugen,

und was uns bewegt

 

 

 

 

 

von Judith & Reiner Bernstein,

München, im März 2016

 

                         

 Vorwort

 „Die Welt ist aus den Fugen geraten“, schallt es uns aus allen Ecken der Regierenden und der Bürgergesellschaft entgegen. Tatsächlich befinden wir uns in einer Epochenwende. Schon am Ende des Ersten Weltkrieges sah William Butler Yeats (1865 – 1939), einer der bedeutendsten Schriftsteller englischer Sprache im letzten Jahrhundert, voraus, dass sich die Anarchie in der Welt breitmache. Die negative Prophetie erfüllte sich auf unserem Kontinent zwei Jahrzehnte später endgültig.

Nach dem Ende des europazentrierten Kalten Krieges zwischen Ost und West stehen wir inmitten einer multipolaren Welt. Alte Gewissheiten sind passé. In den USA revoltiert ein bislang kaum in Erscheinung getretener 74 Jahre alter Senator aus Vermont gegen das Establishment aus Finanzstärke, elitärer Arroganz und gegen den sozialen Abstieg der Mittelschichten. So hart verläuft der Wahlkampf, dass Kommentare vor einer Entscheidung für Donald Trump als einem Antisemiten warnen, während andere niemandem politisch trauen wollen, der über 30 Jahre alt ist – es sei denn „Bernie“ Sanders

 Neue Kräfte in Asien, Afrika und in Lateinamerika verlangen ihr Recht auf ethnische und religiös-kulturelle Ebenbürtigkeit. Im Mittleren und im Nahen Osten zerbrechen die von den europäischen und US-amerikanischen Kolonialmächten seit 1919 etablierten Staaten: Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen, Libyen.

Rückwirkungen auf die Emirate und Staaten am Arabischen/Persischen Golf und auf Saudi-Arabien sind absehbar. Stellvertreter- und Abnutzungskriege beherrschen das Terrain. Der Wiederaufbau Syriens nach dem Ende des Krieges wird viele Jahre dauern, während der territorialen Identität des Irak wenig Chancen eingeräumt werden können. Die vielzitierte internationale Staatengemeinschaft ist ein Torso.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist kaum das Papier wert, auf dem sie nach dem Zweiten Weltkrieg niedergeschrieben wurde.

 Flüchtlingswellen aus dem Süden und dem Osten haben die Europäische Union in eine tiefe kontinentale Krise gestürzt und setzen ihrem Überleben als Wertegemeinschaft zu. Die Bilder verzweifelter Frauen, Kinder und Männer auf den Fluchtrouten des Balkans werden mit vermeintlichen nationalen Interessen hinweggewischt. Das Berliner Auswärtige Amt hat Touristen vor Reisen in die Türkei gewarnt, während die Bundesregierung gleichzeitig mit Ankara um die Rückführung von Flüchtlingen verhandelt, wofür es die europäische Anerkennung der Türkei als sicheres Herkunftsland bedürfte.

„Scheitert der Euro, so scheitert Europa“, klingt mittlerweile wie eine Verharmlosung der Gefahren. Völkische und nationalistische Bewegungen sowie Terrorakte mit fremdenfeindlichen, antimoslemischen und antijüdischen Parolen ohne befriedigenden Zugriff der Anklagebehörden bedrohen die Normen des Rechtsstaates und der freiheitlichen Demokratie.

Von den schweren politischen und moralischen Herausforderungen ist der Staat Israel nicht gefeit – ja hier zeigt sich wie in einem Nukleus, dass der Jahrhundertkonflikt mit dem palästinensischen Volk längst auf das Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Israel selbst sowie auf die dortige jüdische Gesellschaft übergegriffen hat.

Auch wenn es die westliche Diplomatie nicht wahrhaben will: An beiden Angelpunkten entscheidet sich die politische Zukunft zwischen Mittelmeer und Jordan. Doch stehen sie überhaupt noch auf der diplomatischen Tagesordnung? Deshalb bietet sich auch ein Rückblick auf die Geschichte jenes alternativen Zionismus an, deren Repräsentanten schon in der britischen Mandatszeit ahnungsvoll vor dramatischen Fehlentscheidungen gewarnt haben.

Wir wollen deshalb aus unserem Archiv chronologisch geordnete und manchmal leicht gekürzte Beiträge aus den Jahren 2016 und 2015 sowie einen Artikel aus dem Jahr 2012 in Erinnerung rufen, die aus unserer Homepage vielfach von anderen Medien übernommen worden sind. Aus Gründen des schnellen Zugriffs haben wir hier auf Fußnoten und auf aktuelle Nachträge verzichtet, die bei Bedarf in unserer Website in der Leiste „Chronologie“ abrufbar sind.

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort                                                                             S.  1

 2016:

 Reiner Bernstein: Erbarmen mit Benjamin Netanjahu

01. Januar 2016                                                                 S.   8

 

Reiner Bernstein: Arthur Ruppins deutscher Zionismus     

09. Januar 2016                                                               S. 10

 

Reiner Bernstein: Jordaniens stiller Partner

20. Januar 2016                                                                S. 16

 

Reiner Bernstein: Israel und Palästina: Schlussakte

oder entschiedene Signale            02. Februar 2016     S. 17

 

Reiner Bernstein: „Bernie“ Sanders for President!

03. Februar 2016     03. Februar 2016                            S. 25

 

Reiner Bernstein: Ein Herzog ohne Fortune

10. Februar 2016     10. Februar 2016                             S. 28

 

Reiner Bernstein: Netanjahu in Berlin

eine Nachlese           17. Februar 2016                             S. 30  

 

Reiner Bernstein: Politik und Zivilgesellschaft

24. Februar 2016                                                              S. 33

 

Reiner Bernstein: Zionistisch, antizionistisch

26. Februar 2016                                                              S. 36

 

Reiner Bernstein: Auf den zweiten Blick

07. März 2016  

                                                                                           S. 39

 2015:

 Reiner Bernstein: Jordaniens Überleben

05. Februar 2015                                                              S. 40

 

Reiner Bernstein: Feindbild Iran?

03. April 2015                                                                    S. 44  

 

Reiner Bernstein: Von Frederik Willem de Klerk

zu Reuven Rivlin       16. August 2015                              S. 46   

 

Reiner Bernstein: Palästina: Zwei Staaten,

ein Heimatland         26. August 2016                            S. 49   

 

Reiner Bernstein: Europas türkischer Rettungs-

anker              08. Oktober 2015                                      S. 52  

 

Judith Bernstein: Der Tempelberg – das

Herzstück des Konflikts       11. Oktober 2015                  S. 55  

 

Reiner Bernstein: „Mit aller Härte“?

16. Oktober 2015                                                                S. 57

 

Reiner Bernstein: Auf dem Balkan und

in Nahost       26. Oktober 2015                                        S. 59  

 

Reiner Bernstein: Lernen aus dem Buch Josua

27. Oktober 2015                                                                S. 61  

 

Reiner Bernstein: Letzte Gefechte

09. November 2015                                                           S. 63  

 

Reiner Bernstein: Vision ohne Substanz

10. November 2015                                                             S. 65  

 

Reiner Bernstein: Die „EU-Guidelines“ –

eine „Interpretationshilfe“     13. November 2015            S. 68   

 

Reiner Bernstein: Gesang vom Bumerang

15. November 2015                                                              S. 71  

 

Reiner Bernstein: Judah L. Magnes: Israels

Herausforderung      18. November 2015                           S. 73   

 

Reiner Bernstein: Fürs Stammbuch oder die

Staatsräson vom genetischen Defekt

24. November 2015                                                             S. 75    

 

Reiner & Judith Bernstein: Politik und

Antisemitismus – mehr als ein persönlicher

Zwischenruf               27. November 2015                        S. 77   

 

Reiner Bernstein: Achad Ha’am: Zwei nationale

Rechte           15. Dezember 2015                                      S. 79  

 

Reiner Bernstein: Feigheit vor dem Freund

18. Dezember 2015                                                             S. 82

 

2012:

Reiner Bernstein: Zwischen Verzweiflung und

Prophetie: Meron Benvenistis illusionslose

Bilanz             16. Oktober 2012                                         S. 84

 

Die broschierte Veröffentlichung kann zum Selbstkostenpreis von 15,00 Euro (einschließlich Versand) bestellt werden bei

Reiner Bernstein

Viktor-Scheffel-Str. 5, 80803 München

email: mail@reiner-bernstein.de

und

mail@judith-bernstein.de

Überweisungen werden erbeten auf das Konto von Reiner Bernstein bei der Sparda-Bank München, DE87 7009 0500 0005 3194 12; BIC: GENODEF 1S04.