"Wegen Kritik an Israel abgesagt"

Am 09. März 2016 entschied der Münchner Stadtrat, die Verleihung des Anita-Augspurg-Preises dem Münchner Zweig der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF)“ zu verweigern. Begründet wurde die Absage damit, dass die IFFF-Dachorganisation die internationale BDS-Kampagne unterstützt.

Dazu veröffentliche die „Süddeutsche Zeitung“ am 11. März 2016 meinen Leserbrief.

Wieder einmal wird eine Veranstaltung abgesagt wegen der Unterstützung der BDS-Kampagne (Boycott, Divestment, Sanctions), die mit dem NS-Aufruf „Kauft nicht bei Juden“ verglichen wird. Wer so argumentiert, verharmlost den Holocaust. „Kauft nicht bei Juden“ richtete sich gegen die Juden, nur weil sie Juden waren, wogegen die Juden nichts ausrichten konnten. Die BDS-Kampagne richtet sich weder gegen den Staat Israel noch gegen die dort lebenden Juden, sondern gegen die Besatzung, weil sie die Rechte der Palästinenser mit Füßen tritt. Die Kampagne geht auf das Versagen der Politik zurück. Dagegen kann die israelische Regierung etwas unternehmen: Sie kann die Besatzung beenden, und damit findet auch die Kampagne ihr Ende.