"Maulwürfe" in Israels Kultur

„Maulwürfe“ in Israels Kultur

Die rechtsextremistische Gruppe „Im Tirtzu“ („Wenn ihr wollt“ – welch eine Verhöhnung des Aufrufs von Theodor Herzl!) – hat am 27. Januar 2016 ihre neue Kampagne „Maulwürfe in der Kultur“ gestartet, mit der sich „die Tatsache verhindern (will), dass sie Mitglieder von Maulwurf-Organisationen sind“. Zu den Diskreditierten gehören unter anderen Amos Oz, David Grossman, A.B. Yehoshua, Joshua Sobol, Sami Michael, die Schauspielerinnen Gila Almagor und Rifka Michaeli, die Künstlerin Ronit Matalon, der Skulpteur Dani Karavan sowie die Gruppierungen „Breaking the Silence“, B’tselem“ (Im Ebenbild: Gen. 27,1) und „Yesh Din (Es gibt ein Gesetz)“. Matalon hielt der Kampagne entgegen:

 „Das Problem ist, dass – je mehr das Land sich isoliert –, desto mehr wird es als aussätzig wahrgenommen. Es beginnt sich selbst anzugreifen mit einem vollständigen Manko an Verständnis. Wir sollten nachdrücklichen und entschiedenen Widerstand an den Tag legen. Wir sollten widerstehen und keine Angst haben.“

Am Abend des 28. Januar 2016 demonstrierten Mitglieder der Münchner Israelitischen Kultusgemeinde gegen die Vernissage der Ausstellung „Über das Leben jetzt – Kunst und Kultur in Palästina“ des Fotografen Wolfgang Sréter im Foyer des Gasteigs. Vorausgegangen waren die heftigen Proteste im November 2015 gegen die Veranstaltungsreihe der „Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München“, die nur mit Hilfe des Ordnungsdienstes im Gasteig vor dem Abbruch bewahrt werden konnte.