Ari Shavit: "Die Zeichen an der Wand"

Der liberal-konservative Kolumnist Ari Shavit hat am 22. Oktober 2015 in „Haaretz“ daran erinnert, dass er seine erste Berufserfahrung im Büro von Meron Benvenisti gesammelt habe, als dieser Mitte der 1980er Jahre systematisch die israelische Siedlungspolitik dokumentiert und deraus den "point of no rturn" abgeleitet habe. Damals habe er, Shavit, noch geglaubt, dass Israel von einem Albtraum verschont bleiben werde.

Jetzt habe er gelernt, dass die „menschliche Krankheit“ und die „fanatische Mordlust der Messerstecher oder die Panik und das bestialische Verhalten des Lynchmobs“ ein „direktes, unvermeidliches Resultat der 40 Jahre lang währenden politischen Krankheit“ sei. Ohne die Trennung beider Völker würden sich die Israelis und die Palästinenser in einem Blutbad wiederfinden, auch wenn die Teilung des Landes Feindseligkeit mit sich bringen werde. 

Jetzt werde der Albtraum Benvenistis wahr. Die einzige Frage, so Shavit abschließend, sei: „Werden wir verstehen, was jetzt geschieht, bevor wie jenen Punkt erreichen, und was dann? Werden wir aufwachen, wenn es noch geht, das Feuer auszutreten, oder erst dann, wenn die Flammen das ganze Haus verzehren?“   

 Ari Shavit: Without Israel-Palestinian border, disaster is inevitable, in „Haaretz“ 22.10.2015. Verwiesen sei auf die von Meron Benvenisti gemeinsam mit Ziad Abu-Zayed und Danny Rubinstein herausgegebene Dokumentation „The West Bank Handbook. A Political Lexicon“. Verlag der „Jerusalem Post“ 1986. In deutscher Sprache liegt Shavits Buch vor „Mein gelobtes Land. Triumph und Tragödie Israels.“ C. Bertelmann-Verlag: München 2015. 592 S.